Down-Syndrom Forschung: Grüntee verbessert die Gehirnaktivitäten

Anlässlich des Welt-Down-Syndrom Tages am 21.März haben wir heute dieses so wichtige Thema gewählt:

Bisher gab es keinerlei Medikamente, um die geistigen Fähigkeiten von Menschen mit Down-Syndrom zu verbessern. Die Ergebnisse einer klinische Studie der Universität Barcelona könnten das jetzt ändern, so ist es dem englischsprachigen Fachmagazin „“The Lancet Neurology” und anderen Publikationen zu entnehmen.

Allen Probanten wurde täglich Kapseln mit EGCG, einer Substanz des Grünen Tees, verabreicht. Alle teilnehmenden  Personen, die diese Kapseln einnahm, konnten am Ende der Studie eine deutliche Verbesserung des Erinnerungsvermögens und der kognitiven Fähigkeiten aufweisen. 

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von grünem Tee sind schon lange im Fokus der medizinischen Forschung und immer mehr Menschen weltweit schwören auf das leicht bittere, für manche Menschen gewöhnungsbedürftige Getränk, dessen wichtigster Wirkstoffe das Epigallocatechingallat oder kurz abgekürzt EGCG, ist.

Was ist das Down Syndrom?

Das Down-Syndrom ist die häufigste genetische Ursache für Lernschwierigkeiten und körperliche Fehlentwicklungen. Weltweit ist etwa ein Neugeborenes von 1.000 von dieser Erbkrankheit betroffen.  Damit bildet die Gruppe dieser Personen die größte Gruppe von Menschen mit einer angeborene Störung der geistigen und körperlichen Entwicklung durch verändertes Erbmaterial.

In der Regel setzt sich ein Chromosomensatz  beim Menschen aus 23 Paaren (46 Chromosomen) zusammen. Bei Personen mit Down-Syndrom ist das Chromosom 21 dreimal vorhanden und die Betroffenen haben ein Erbgut, das aus 47 Chromosomen besteht.
Der Begriff Trisomie 21 ist eine alternative Bezeichnung für das Down-Syndrom.

 

Kinder mit Down-Syndrom sind von Geburt an auffällig, denn ihre körperliche als auch ihre geistige Entwicklung ist gestört. Die Ausprägung der Symptome sind von Kind zu Kind unterschiedlich, so auch die geistigen Fähigkeiten.

Typische Merkmale für das Down-Syndrom sind bestimmte Auffälligkeiten, u.a. im Körperbau . Zum Beispiel die an den Aussenseiten schräg stehenden Augen, ein flaches Gesicht und eine durchgehende Handfurche. Häufig leiden die Betroffenen an Schwerhörigkeit, Sehstörungen und motorischen Problemen sowie unter einem Herzfehler. Dies trifft aber nicht auf alle Betroffenen zu.

Wie genau kann Grüntee helfen und was ist EGCG?

Über die hohe gesundheitliche Wirkung von Grünem Tee existieren historisch bereits seit fast 3.000 Jahren Kenntnisse und Überlieferungen, besonders im asiatischen Raum. Ursprünglich trank man den Grüntee vorwiegend wegen der anregenden Wirkung, bemerkte aber schon bald zahlreiche wohltuende und kurative Effekte. Erst später trat der besondere Geschmack und die sich ausprägende Teekultur und -verfeinerung sowie die gesellschaftliche Bedeutung des Tees speziell in Japan in den Vordergrund.

Vor allem seit den 70er-Jahren wurden in Japan klinische Studien zur Wirkung des Grünen Tees durchgeführt. Dies ist angesichts der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung und des außerordentlich hohen Konsums keine besondere Überraschung.  In den letzten 10-20 Jahren werden nun auch vermehrt und in großer Zahl klinische Studien in den USA, China und Europa vorgenommen.

Der Wirkstoff EGCG ist in verschiedener Darreichungsform als Konzentrat im Handel erhältlich, so z.B. auch das Produkt des Schweizer Unternehmens CRYSTALSWISS AG, mit einem Epigallocatechingallate – Anteil von mi. 40% und einen durch das von der Firma entwickelte A+B Concept, zu dem der patentierte Activator gehört-

Welche Forschungsergebnisse gibt es zum Down Syndrom?

Das Center for Genomic Regulation in Barcelona/Spanien legt seit nunmehr 10 Jahren besonderen Fokus auf die Erforschung des im Grünen Tee enthaltenen Polyphenols EGCG und seine Wirkung auf die Gehirnleistung.

An der klinischen Studie nahmen 84 junge Erwachsene mit Down-Syndrom teil, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Eine Gruppe wurde mit dem Wirkstoff des Grüntees behandelt, die andere mit einem Placebo. Bei dem Wirkstoff des grünen Tees handelt es sich um Epigallocatechingallat (EGCG), dessen positive Eigenschaften unter anderem aus klinischen Studien mit Alzheimerpatienten bekannt ist. EGCG verbessert unter anderem die Interaktion von Neuronen im Gehirn.

Die erste Gruppe wies am Ende der Studie eine deutliche Verbesserung der Merkfähigkeit von Worten und Mustern auf und steigerte die Fähigkeit, sich neuen Situationen und Umgebungen besser anzupassen.  Bei der zweiten Gruppe, die nur das Placebo erhielt, gab es keine Verbesserungen.

Die Studie, welche unter der Leitung von Frau Dr. Mara Dierssen und ihrem Team in Barcelona durchgeführt wurde, ist bereits 2018 im Fachmagazin “The Lancet Neurology” erschienen.

Die Wissenschaftlerin: “Zum ersten Mal hat hier eine Behandlung eine so deutliche Wirkung bei Menschen mit Down-Syndrom  gezeigt!” Auch neutrale Wissenschaftler werten die Ergebnisse als sehr vielversprechend.

Die Studienleiterin betonte, dass das Präparat Down Syndrom keinesfalls heilen, jedoch die Lebensqualität der betroffenen Menschen entscheiden verbessern könne.

Eine weitere Studie läuft seit letztem Jahr unter der Leitung von Dr. Rafael de la Torre, Direktor des Forschungsprogramms für Neurowissenschaften des Medical Research Institute (IMIM) am Hospital del Mar in Barcelona. Ziel seiner Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit eines EGCG-Präparats auf einer verbesserten kognitiven Entwicklung bei Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit Down-Syndrom zu bewerten.

Die pädiatrischen klinischen Prüfungen finden gleichzeitig in 5 Gesundheitszentren statt: Krankenhaus Niño Jesús (Madrid), Instituto Hispalense de Pediatria (Sevilla), Krankenhaus Marqués de Valdecilla (Santander), Hospital del Mar (Barcelona) und im Institut Jérome Lejeune (Paris) ). Es handelt sich um eine randomisierte klinische Studie, an der etwa 70 Kinder mit Down-Syndrom beteiligt sind, sowie Kinder, die an dem Fragile-X-Syndrom leiden.

„Wir schließen Kinder mit Down-Syndrom und Fragile X ein, weil der Mechanismus, durch den das Epigallocatechingallat therapeutische Wirkungen haben könnte, derselbe ist, auch wenn der genetische Ursprung der beiden Syndrome unterschiedlich ist. Daher glauben wir, dass Personen, die an Fragile X leiden, auch profitieren könnten „, fügt Dr. de la Torre hinzu.

Die Rekrutierungsphase für die Studie begann bereits im Februar 2018.
Sie   wird in den kommenen Tagen abgeschlossen sein. Die Studie wird von den Stiftungen Mutua Madrileña und Jérome Lejeune finanziert und von der schon erwähnten Frau Dr. Mara Dierssen, Koordinatorin der Gruppe Zellsysteme und Neurobiologie des Zentrums für Genomische Regulation (CRG) sowie einem Spezialisten für Neurobiologie des Down-Syndroms, unterstützt.Sobald uns die aktuellen Forschungsergebnisse vorliegen, werden wir davon berichten.

Spanien ist seit Jahren führend in der Förderung und Integration von betroffenen Menschen. So gibt es z.B. nicht nur den ersten studierten Lehrer mit Down-Syndrom, sondern seit 2013 auch eine junge Stadträtin in Valladolid.

Zu beachten: Es bedarf noch einiger Studien in Bezug auf Toxizität bei der Überdosierung des Extraktes für Erwachsene und Kindern mit Down-Syndrom. Während ein paar Tassen grünen Tees keine Gefahr für die Gesundheit darstellen sollte bei Menschen mit Down-Syndrom, speziell dann, wenn ein Herzfehler vorliegt,  nicht ohne Rücksprache mit dem  Hausarzt therapiert werden.

Quellen:

Cognitive function in children with Down’s syndrome improved by a compound found in green tea


El té verde como aliado para el Síndrome de Down

Green tea extract ‘boosts mental ability’ in people with Down’s